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Stark sein ist nicht gleich nah sein: Wenn die Mauer um dein Herz bröckelt.

  • Autorenbild: Andrea
    Andrea
  • 10. Nov. 2025
  • 4 Min. Lesezeit

Für alle, die funktionieren und sich gleichzeitig nach echter Nähe sehnen.


Herz im Blau

Es gab Zeiten, da war ich sicher: Ich muss mich schützen, um zu überleben.

Jedes verletzende Wort, jede Enttäuschung, jeder Abschied war ein neuer Stein auf meiner Mauer. Meiner Herzensmauer.

Irgendwann stand sie so selbstverständlich da, dass ich sie nicht mehr hinterfragt habe. Sie wurde über die Jahre mit jeden Stein grösser und höher und umschloss mein Herz, um mich zu schützen.

„So bin ich eben“, dachte ich. Stark. Unabhängig. Unberührbar.

Nur: Tief in mir war ich einfach vorsichtig. Ich wollte nicht noch einmal diesen Schmerz erfahren der Verletzung, der Zurückweisung, der Ablehnung und dieses nicht zu viel zu sein für Andere.

Es tat einfach so weh tun.

Hier kommt meine Reise zurück zu mir und meinem Herzen.

Letztes Jahr stand ich plötzlich da, ganz allein.

Kein „Wir“, kein Netz, kein Aussen, das mich trug. Nur ich. Und Stille. Zum ersten Mal seit Langem hatte ich keine Ausrede mehr, nicht hinzusehen. Ich begann, nach innen zu schauen. In mein Herz. Und dort fand ich etwas, das ich lange im Aussen gesucht hatte: Liebe.

Nicht die, die von jemand anderem kommt, sondern die, die schon immer da war, tief in mir, verschüttet unter all den Mauern, unter Angst, Anpassung und den alten Geschichten.

Ich begann zu verstehen, wie viele dieser Mauern aus Schmerz entstanden waren. Freundschaften, die plötzlich endeten, ohne Erklärung. Worte, die trafen wie Pfeile. Blicke, die mich klein machten.

Und immer wieder diese Fragen:

Was habe ich falsch gemacht? Warum bin ich nicht genug?

Also habe ich mein Herz geschützt. Stein auf Stein. Bis ich selbst nicht mehr spürte, was dahinter war.

Schon als Kind kannte ich dieses Gefühl. Ich war Aussenseiterin in einem System, das Unterschiede sah, wo Geld trennte, statt zu verbinden. Ich wollte einfach nur dazugehören.

Ich wollte ich sein.

Doch als andere erfuhren, dass meine Eltern wohlhabend waren, war ich plötzlich nicht mehr „Andrea“, sondern das Mädchen mit dem Geld im Hintergrund. Manche Freundschaften hielten nicht stand. Manche nutzten mich aus. Das tat weh. So weh, dass ich begann, meinen Reichtum zu verstecken und damit auch ein Stück meiner Wahrheit.

Ich lernte früh: Nähe ist gefährlich.

Also habe ich mich geschützt. Und jedes Mal, wenn jemand ging, wurde der Schutzwall höher. Aber weisst du, was das Leben macht? Es ist gnadenlos ehrlich. Es bringt dich so lange in dieselben Situationen, bis du bereit bist, hinzusehen und zu heilen.

Im letzten Jahr war es so weit. Ich wurde auf mich selbst zurückgeworfen.

Keine Ablenkung. Kein Aussen. Nur ich, meine Gedanken, meine Wunden und mein Herz.

Und genau da begann die Heilung.

Ich erkannte: Ich bin nicht verantwortlich für das Handeln anderer. Nicht für ihre Projektionen, ihre Entscheidungen, ihre Abschiede. Manche Wege müssen sich trennen, damit du deinen eigenen endlich gehen kannst. Manche Türen schliessen sich, damit du erkennst, dass hinter ihnen dein Raum zur Entfaltung wartet.

Ich begann, die Mauer um mein Herz Stein für Stein abzubauen.

Nicht mit Druck, sondern mit Bewusstsein. Mit der Entscheidung, wieder zu vertrauen.

Mit der Erkenntnis, dass Verletzung nicht das Ende bedeutet, sondern den Anfang.

Denn hinter jeder Wunde liegt eine Chance: zu wachsen, zu fühlen, zu leben, zu lieben.

Was, wenn deine Mauer fällt?

Die Wahrheit: Was dich früher geschützt hat, hält dich heute vielleicht davon ab, das Leben zu leben, wonach sich deine Seele sehnt. Die Mauer trennt nicht nur von anderen, sondern sie trennt dich von deinem Herzen. Von deiner Fähigkeit, wirklich zu fühlen, zu vertrauen, Liebe zu geben und Liebe zu empfangen.


Der Rückweg beginnt nie mit einem grossen Knall.

Er beginnt mit Bewusstsein.

5 Mikroschritte, die heute reichen

  1. Ein ehrlicher Satz. Sag in einem Gespräch etwas, das echt ist. Klein reicht: „Ich bin müde.“ „Das hat mich verletzt.“ „Ich brauche Zeit.“

  2. Ein bewusster Atemzug. Hand aufs Herz. Einatmen: „Ich bin bereit.“ Ausatmen: „Ein Stück weiter öffnen.“ Dreimal.

  3. 2 % näher. Frag dich: Was wäre 2 % mehr Nähe heute? Eine Umarmung, die eine Sekunde länger dauert. Eine Nachricht, die nicht perfekt klingt.

  4. Weichheits-Minute. Stell den Timer auf 60 Sekunden. Löse den Kiefer, senke die Schultern, lass den Bauch weich. Nichts tun. Fühlen reicht.

  5. Ein Mini-Vertrauen. Delegiere eine Sache. Nimm Hilfe an. Sag „Ja, gern“ statt „Passt, ich mach’s“.

Stein für Stein fällt. In deinem Tempo.

Aber mit einer klaren Entscheidung:

Liebe statt Angst.

Mini-Übung: Hand aufs Herz (90 Sekunden)

  • Ein: Durch die Nase, zähle bis 4.

  • Halte: 2.

  • Aus: Durch den Mund, bis 6.

  • Flüstere innerlich: Ich bin sicher. Ich wähle Liebe. Ich öffne mich 2 %.

  • Spüre: Da ist Platz in dir, nicht leer, sondern weit.


Hier ein paar ehrliche Fragen für dein Journal

  • Wo schützt mich meine Mauer heute noch und wo schneidet sie mich ab?

  • Was habe ich früher über „stark sein“ gelernt? Was davon darf gehen?

  • Wie fühlt sich Nähe im Körper an (3 Worte)?

  • Wo könnte ich diese Woche 2 % weicher sein, konkret, mit wem, wann?

  • Welcher Satz durfte nie gesagt werden? Schreib ihn hier.

  • Was brauche ich, damit mein Herz sich sicher öffnet (3 praktische Dinge)?

  • Wenn Liebe heute zu mir sprechen würde, was würde sie mir raten?


Worte für unterwegs

  • Ich darf stark und weich sein.

  • Ich bin sicher, während ich mich öffne.

  • Ich wähle Liebe, auch wenn die Angst laut ist.


Und du?

Bist du bereit, die Mauer um dein Herz nicht einzureissen, sondern bewusst bröckeln zu lassen, Stein für Stein, in deinem Rhythmus?

Nähe beginnt nicht im Außen. Sie beginnt in dir. Jetzt. In einem einzigen Atemzug.


Wenn du das nicht allein gehen willst:

In meinem 1:1 LifeArt & Soul Coaching schauen wir uns deine Mauer liebevoll, klar und sicher an und bauen eine Brücke zurück zu dir.

Mit Körperübungen, innerer Arbeit und künstlerischen Elementen, die dich ins Fühlen und ins Handeln bringen.


Schreib mir „Mauer“ und ich melde mich mit zwei Vorschlägen für ein kostenloses Erstgespräch.


Heute ist der Tag den ersten Schritt zu wagen, deine Mauer fallen zu lassen und deinem verletzten Herzen Liebe zu schenken.


In Liebe

Deine Andrea



 
 
 

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