Der Moment, in dem ich mich neu entdecke
- Andrea

- 1. Jan.
- 4 Min. Lesezeit

Der 1. Januar 2026 fühlt sich an wie eine Schwelle. Ein Übergang.
Ein stiller Moment zwischen dem, was war, und dem, was jetzt beginnt.
Nicht laut. Nicht spektakulär. Sondern tief. Ehrlich. Unausweichlich.
2025 war kein Jahr zum Weglächeln. Es war ein Jahr des Loslassens. Ein Jahr, in dem ich an meine Grenzen gekommen bin, besonders in Beziehungen.
Ein Jahr, das mich zeitweise komplett aus meiner eigenen Mitte geworfen hat.
Und ja, es hat wehgetan. Es hat mich erschüttert. Es hat mich innehalten lassen.
Doch genau dort in dieser Innenschau hat sich etwas gezeigt, das ich lange nicht sehen wollte: der rote Faden.
Der rote Faden, der alles verbindet
Ich habe erkannt, warum Beziehungen in meinem Leben manchmal so abrupt endeten. Warum Kontakte von heute auf morgen abgebrochen wurden. Warum ich oft zurückblieb, verwirrt, verletzt, fragend.
Der rote Faden war nicht die Schuld der anderen. Der rote Faden war ich.
Nicht, weil ich falsch war. Sondern, weil ich mich selbst verlassen habe.
Ich habe viel gegeben. Zu viel. Ich habe mich zurückgenommen, um anderen Raum zu geben. Ich habe gebremst, um niemanden zu verlieren. Ich habe mich kleiner gemacht, damit andere sich nicht überfordert fühlen.
Und immer wieder hörte ich:
„Andrea, du bist zu schnell.“„Du bist schon zu weit.“
Ich habe daraus einen Makel gemacht. Ich habe geglaubt, ich müsse mich anpassen. Langsamer werden. Warten.
Aber das war nie die Wahrheit.
Die Wahrheit ist: Meine Seele war immer einen Schritt voraus. Nicht aus Überheblichkeit, sondern aus innerer Klarheit.
Meine Seele schiebt mich nach vorne.
Und das hat sie immer getan.
In mir entsteht ein Bild. Ich sehe mich am Ufer eines Flusses stehen. Nicht als Beobachterin, sondern als Teil dieses Moments. Auf der anderen Seite liegt kein klares Ziel, keine fertige Antwort. Dort beginnt etwas Unbekanntes. Still. Tief.
Es ist ein Raum jenseits der Zeit. Als würde der Rhythmus der Jahreszeiten kurz innehalten. Als würde das Leben selbst den Atem anhalten.
Und genau dort spüre ich: Es ist meine Seele, die mich jetzt schiebt. Nicht laut. Nicht drängend. Sondern klar.
Dieses innere Erwachen ist schneller als Worte. Es ist schon da, bevor ich erklären kann, was geschieht. Meine Seele führt mich gerade. Und sie zeigt mir, dass ich mich bewege.
Weg von dem alten Ufer. Weg von dem Leben, das ich einmal geführt habe. Nicht aus Ablehnung, sondern aus Wachstum.
Ich überquere diesen Fluss. Mit Respekt. Mit Würde. Und mit dem tiefen Wissen, dass ich auf der anderen Seite ankomme.
An einem Ort, an dem ich sein darf, was ich in mir längst spüre. An dem ich mir erlaube, das zu leben, was schon so lange in mir wartet. Nicht mehr angepasst. Nicht mehr halb. Sondern ganz.
Genau so fühlt es sich an.
Mein Van, mein Zuhause in den letzten Jahren ist kaputtgegangen. Mein Van ist gegangen. Ich bin gestrandet, wieder an einem Ort, an dem ich schon so viel Zeit verbracht habe. Ich habe mich gefragt:
Warum bin ich wieder hier?
Und dann kamen neue Formen des Lebens zu mir:
Wohnen in einer Jurte
Jetzt ein Tiny House
Ein kleineres Auto
Weniger Besitz
Mehr Wahrheit
Mein Leben richtet sich gerade neu aus. Nicht aus Mangel. Sondern aus Klarheit.
Keine Angst vor dem anderen Ufer
Wir müssen keine Angst vor Veränderung haben. Auch wenn sie sich erst wie Kontrollverlust anfühlt. Auch wenn sie uns alles nimmt, was uns Sicherheit gegeben hat.
Denn wenn wir den Fluss überqueren, erkennen wir: Wir lassen nichts Wertvolles zurück. Wir lassen nur das los, was uns nicht mehr dient.
Ich lasse die Maske los.
Die Maske der vorgetäuschten Stärke. Die Maske des „Ich schaffe das schon“.
Die Maske des angepassten Seins.
Und darunter? Da ist so viel mehr.
Da ist eine Wahrheit, die lange gewartet hat, gesehen zu werden.
Keine Halbwahrheiten mehr. Kein Zurückhalten. Kein Bremsen.
2026 – Das Jahr der Wahrhaftigkeit
2026 ist für mich der Start in etwas komplett Neues.
Es ist ein Jahr der Umsetzung. Ein Jahr des Handelns. Ein Jahr, in dem ich meiner Seele folge, ohne mich zu erklären.
Und vielleicht liest du das gerade, weil auch du an diesem Fluss stehst.
Vielleicht spürst du:
So wie bisher geht es nicht weiter.
Ich passe nicht mehr in diese Schublade.
Da ist mehr in mir als nur zu funktionieren.
Dann möchte ich dir sagen:
Du bist nicht falsch.
Du bist nicht zu viel.
Du bist nicht zu schnell.
Vielleicht bist du einfach bereit.
Für dich eine Einladung
Schau noch einmal zurück. Aber bleib nicht dort hängen.
Nimm mit, was dich geprägt hat. Nimm mit, was dich stark gemacht hat.
Und dann tritt ein in dieses neue Jahr.
In deine Möglichkeiten. In deine innere Wahrheit. In ein Leben von innen nach außen.
Gerade in diesen Zeiten des Umbruchs. Gerade in einer Welt voller Angst,
Unsicherheit und Leid. Gerade jetzt braucht es Menschen, die ihr Licht nicht mehr verstecken.
Nicht aus Egoismus. Sondern für die Gemeinschaft. Für das Miteinander. Für die Zukunft unserer Kinder.
Und ja, es kommt eine Zeit im Leben, da bleibt einem nichts anderes übrig, als seinen eigenen Weg zu gehen. Eine Zeit, in der man seine Träume verwirklichen muss. Eine Zeit, in der man endlich für die eigenen Überzeugungen einsteht.
Vielleicht ist diese Zeit jetzt.
Für mich ist sie es. Und wenn du möchtest, gehe ich ein Stück dieses Weges mit dir.
Nicht, um dich zu führen. Sondern um dich daran zu erinnern, wer du bist.





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